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Haltung I: Allgemeines

Teich oder Aquarium?

… dies ist eine Augenweide, wie ich sie nur im Aquarium haben kann. Die Draufsicht im Becken oder Teich eröffnet andere Perspektiven, aber nicht diese intensiven visuellen, fast traumhaften Erlebnisse.

(Hilble & Langfeldt-Feldmann, 1992)

Es sind zwei Haltungsweisen üblich, welche manchmal auch kombiniert werden: Teichhaltung und Aquariumhaltung. Die in Asien allgemein anzutreffende Haltung in offenen irdenen Schüsseln, Porzellanschalen oder Jadegefäßen ist in Europa nur sehr wenig verbreitet und aufgrund einiger Umstände wohl eher etwas für Spezialisten; auf sie soll hier (auch im Interesse einer artgerechten Tierhaltung) nicht weiter eingegangen werden.

Eine nicht seltene Kombination ist es, daß die Fische in einem nicht wintertauglichen Teich gehalten werden und die kalte Jahreszeit in einem Aquarium im Haus verbringen. Dies ist eine oft ungünstige Praxis, von der ich abraten möchte. Wer nicht die Möglichkeit hat, die Tiere wirklich kühl (< 10 °C) und ruhig zu überwintern, dem empfehle ich, sich für Haus- oder Freilandhaltung zu entscheiden. Alles andere läuft eher darauf hinaus, die Fische während einer kurzen warmen Zeit des Jahres ins Freie zu setzen. Die Temperaturen sind in unseren Breiten doch relativ niedrig, so daß es immer etwas schwierig ist, den richtigen Zeitpunkt zum Umsetzen zu finden. Da es im Haus normalerweise sehr warm ist (Wassertemperaturen von 21 °C sind im Freiland in unseren Breiten nur im Hochsommer zu erwarten), bedeutet der winterliche Aufenthalt im Haus eine Umkehrung des natürlichen Rhythmus': Ausgerechnet dann, wenn im Freiland der Stoffwechsel sich auf die winterliche Ruhepause einstellt, kommen die Fische ins Warme. Aktivität und Stoffwechsel nehmen zu.
Teichbesitzer, die ihre Goldfische im Winter ins Haus holen, berichten von einsetzendem Paarungsverhalten.

Aus Sicht der Goldfische ist ein Teich der ideale Lebensraum. Meist pflanzen sie sich auch nur dort ohne Zutun des Pflegers fort.
Dennoch würde ich persönlich keine Goldfische im Teich halten; man hat nicht viel von ihnen. Für die Teichhaltung empfehle ich Zierkarpfen (Kois), die wesentlich größer werden und dadurch sichtbarer sind.
Im übrigen sehe ich es viel lieber, wenn Teiche oder Weiher im Freien mit einer natürlichen einheimischen Fauna und Flora besiedelt sind (größen­bedingt meist ganz ohne Fische, auf jeden Fall aber ohne Goldfische).
Daher ziehe ich persönlich die Aquariumhaltung von Goldfischen vor. Man sollte sich aber immer vor Augen führen, daß dies aus zwei Gründen eine kritische Angelegenheit ist:
1) Den Raum eines Teiches wird man Goldfischen im Haus schwer bieten können. Man sollte also nur einen lockeren Besatz in großen Becken pflegen.
2) Nach Möglichkeit sollte die Temperatur im Winter deutlich geringer sein als im Sommer. Dies ist in unseren heutigen überheizten Wohnungen nicht immer machbar.



Die Teichhaltung

Abb. 1: Goldfischteich -- teich-oc.jpg (34,1 kB)

Abb. 1: Ein Goldfischteich im Garten. Ganz hinten ist ein weißer Schwimmer zu sehen, der ein vollständiges Zufrieren verhindern soll.
Aufnahme: Dezember 2002

Nur die harten kommen in'n Garten …
Die Teichhaltung kommt grundsätzlich nur für die gestreckten Rassen in Betracht, also den Normalen (Einfachen) Goldfisch, den Kometenschwanz, den Grasgoldfisch (Wakin) und die beiden Shubunkins (vgl. Kapitel Zuchtformen). Alle Varietäten mit rundem Körperbau sind einerseits wesentlich wärmebedürftiger und krankheitsempfindlicher und andererseits aufgrund ihrer körperlichen Merkmale nicht in der Lage, in einem Teich ausreichend Nahrung aufzunehmen und sich angemessen zu bewegen.

Für die Einfachen Goldfische ist ein Teich dagegen der ideale Lebensraum, sofern einige Regeln beachtet werden:

Da ich selbst keine Fische im Gartenteich halte, fasse ich mich zu diesem Bereich kurz. Es ist nicht Sinn dieser Website, Empfehlungen anderer Leute aus Büchern (vgl. Literatur) abzuschreiben. Ich bitte um Verständnis.

Die Aquarienhaltung

Aquariumhaltung bedeutet, sich eine Unterwasserwelt ins Haus zu holen und die Tiere sichtbar zu halten. Die Nachahmung eines Freilandgewässers in einem extrem kleinen Lebensraum ist eine kritische Angelegenheit: Der Lebensraum Wasser ist uns normalerweise gar nicht vertraut, und es gehören einige Kenntnisse dazu, Fischen in unseren Wohnungen ein artgerechtes Leben zu ermöglichen.

Andererseits gibt es einige Fischarten, die auch in freier Natur unter Bedingungen leben, die vielen anderen Fischen nicht zusagen. Solche robusten Fische, zu denen z. B. Goldfische, Guppys und Zebrabärblinge zählen, sind sehr gut geeignet, erste Erfahrungen mit dem Aquarium zu sammeln. Die Fische selbst werden durch „kleine Fehler“ in der Pflege nicht wesentlich beeinträchtigt. Dennoch sollte man auch ihre Grundbedürfnisse berücksichtigen.
Zu diesen Grundbedürfnissen zählt bei Goldfischen vor allem ein ausreichendes Platzangebot. Wer kein ausreichend großes Aquarium aufstellen kann oder will, sollte auf die Aquarienhaltung von Goldfischen verzichten. (Näheres dazu auf der übernächsten Seite Becken und Einrichtung.)
Noch etwas sollte man als Aquaristik-Anfänger bedenken: Goldfische werden bei guter Pflege sehr alt. Will man auch nach über zehn Jahren (nunmehr nicht mehr „Anfänger“) noch Goldfische halten?

Die Haltung von Goldfischen sollte gut überlegt sein; für einen spontanen Kauf oder ein Geschenk (Überraschung) sind sie (wie alle Zierfische) eindeutig nicht geeignet!
Hat man allerdings einmal seine Liebe zu seinen Goldfischen entdeckt, so wird man nicht mehr auf sie verzichten wollen.

Auf den folgenden Seiten dieses Haltungskapitels finden Sie ausreichend Hinweise zu einer einfachen und artgerechten Goldfischhaltung im Aquarium.


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http://goldfische.carassius-auratus.info/aq-teich.htm
http://goldfische.kaltwasseraquaristik.de/aq-teich.htm

Letzte Überarbeitung dieses Dokuments: 01. Januar 2003
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